Modelexikon
Weste
Die Weste: Ableger der Herrenmode
Als Weste bezeichnet man ein ärmelloses, an der Vorderseite offenes Kleidungsstück, das Brust und Rücken bedeckt und über einem anderen Kleidungsstück, zum Beispiel einer Bluse oder einem Hemd, getragen wird. Ursprünglich entstammt sie der Herrenmode, während Frauen westenähnliche Kleidungsstücke lediglich als Bestandteil einiger regionaler volkstümlicher Trachten trugen. Anders als bei der Funktionskleidung oder der Arbeitskleidung, wo die Weste praktische Bestimmungen zu erfüllen hat, soll sie in der Damenmode vor allem modische Akzente setzen. Oft ist die Weste aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt, wobei das Rückenteil aus einem anderen Material besteht als die Vorderteile.
Die Weste als Provokation
Die Wurzel des Wortes ist bereits im Lateinischen vestis und im gotischen wasti nachzuweisen, bezeichnet dort aber ein Kleid. Erst im 17. Jahrhundert begegnet uns die veste in der französischen Herrenmode. Der Sprung in die Damenoberbekleidung gelang der Weste erstmals in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts – eine modische Provokation, die das gewachsene Selbstbewusstsein der Frauen in den europäischen Metropolen ausdrückte. Ihren provokanten Touch hat die Damenweste grösstenteils verloren. Sie ist mit Blusen, Shirts oder bedruckten Tops einfach zu kombinieren und passt ebenso gut zu Kleidern wie zu Röcken oder Jeans. Sehr beliebt sind Strick- oder Häkelwesten, doch die Weste begegnet uns auch in allen möglichen anderen Materialien von Leder bis Synthetik und in einer Vielzahl von Stilen.




