Modelexikon
Damenstiefel
Damenstiefel: Von elegant bis Punk
Wichtigstes Unterscheidungskriterium zwischen Halbschuhen und Stiefeln ist der über den Fussknöchel hinaus reichende Schaft, der von unterschiedlicher Länge sein kann. Herren- und Damenstiefel mit kurzem Schaft werden als Stiefeletten bezeichnet beziehungsweise als Ankle Boots, wenn sie den Knöchel gerade bedecken. Generell unterscheidet man Langschaft- und Kurzschaftstiefel, wobei bei den kurzschäftigen Varianten auch die Bezeichnungen Halbstiefel und Kurzstiefel gebräuchlich sind. Besonders langschäftige Damenstiefel, die bis über das Knie reichen, bezeichnet man hingegen als Overknees oder Thigh-Highs, die besonders als Winterstiefel benutzt werden. Zur Unterscheidung werden auch Material (zum Beispiel Gummi-, Nubukleder-, Velourslederstiefel), Schnitt (Stulpenstiefel, Derby-Boot), Stil (Cowboy-, Biker-, Trachtenstiefel) und weitere Merkmale herangezogen.
Stiefel – nicht nur im Winter attraktiv
Während der Schnürstiefel mit halbhohem Absatz um die Wende zum 20. Jahrhundert am gebräuchlichsten war, wurde der Damenstiefel in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts – nicht zuletzt durch das Aufkommen der Filmindustrie und die Beliebtheit der frühen Filmstars – zum modischen Experimentierfeld. Kürzere Röcke, die den Damenstiefel stärker in den Blickpunkt rückten, machten gewagtere, aufregendere Stiefelmode möglich, die das mondäne Lebensgefühl der „Goldenen Zwanziger“ im Lifestyle-Produkt Damenstiefel auszudrücken suchte. Und in dieser erotisierten Atmosphäre gewann der Stiefel einen verführerischen Charakter - woran sich übrigens bis heute nichts geändert hat.




